Auf Achse - 2. Versuch - 2023

Satz mit "X" - Saisonabschluss, das war wohl nix....

Zwischen Weihnachten und Neujahr saßen wir bei uns zu Hause im Wohnzimmer beim Kaffee, als meine Schwiegertochter diesen einen Satz sagte: "Es ist so warm, eigentlich müssten wir noch ein paar Tage wegfahren..."

Nun, das Wohnmobil stand in unserer Werkstatt und war bis auf ein paar Kleinigkeiten eingeräumt. Zuerst überlegten wir, nach Heidelberg zu fahren, das zwar schön, aber nicht unbedingt wohnmobilfreundlich ist. So fiel die Wahl auf Köln, dort waren wir schon, dort kennen wir uns aus. Wir fuhren am 31.12. vormittags los und kamen gegen 14 Uhr in Köln an. Wir hatten leichte Regenschauer und 18 Grad ! Später kam dann in den Medien, daß es das wärmste Silvester seit der Wetteraufzeichnung war - wer´s glaubt...

Eigentlich wollten wir zunächst Richtung Schokoladenmuseum / Kranhäuser, fanden dann aber heraus, dass der Weihnachtsmarkt noch geöffnet war, den wir natürlich besuchten. Danach ging es trotzdem zum Schokoladenmuseum, auch dort war Neujahrsmarkt mit Riesenrad. Nach diesem Besuch liefen wir noch ein Stück bis zum Bayerthalgürtel. Auf dem Rückweg machen wir noch kurz Halt am Neujahrsmarkt und gingen dann Richtung Innenstadt. Am Heumarkt hatte 2 Tage zuvor ein Augustiner-Restaurant aufgemacht, der Laden war gerammelt voll. Trotzdem bekamen wir einen Platz, das Personal war sehr aufmerksam und zuvorkommend und wir bekamen erstaunlich schnell unser Essen - Augustiner halt...

Nach dem Essen ging es über den Weihnachtsmarkt zur Domplatte. Überall standen Sicherheitsleute, wir wurden auch mehrmals kontrolliert - offenbar hatte man in Köln dazugelernt. Im Dom war gerade Messe und wir wurden freundlich gebeten, uns entsprechend leise zu verhalten, was aber ein paar Frauen mit Kopftüchern und ihre lärmenden Kinder nicht für nötig hielten. Respekt vor dem Dompersonal - ich hätte sie rausgeworfen. Dann mussten wir feststellen, dass alle Brücken über den Rhein aus Sicherheitsgründen gesperrt waren - gerne hätte ich mir das Feuerwerk von der anderen Rheinseite aus angesehen. Wir hätten zwar die Straßenbahn benutzen können, aber das war uns dann doch zu unsicher. So drehten wir noch ein paar Runden durch die Fußgängerzone, nochmal zu den Märkten und schließlich zurück zum Wohnmobil. Ab etwa 17 Uhr sah man immer mehr Feuerwerkskörper aufsteigen. Gegen 22 Uhr machten wir uns dann noch einmal auf den Weg  zur Domplatte und dem Rheinufer. Mittlerweile war dort fast kein Durchkommen mehr und die Feuerwerksraketen flogen teilweise dicht über den Köpfen der Leute herum. So machten wir uns auf den Weg zum Wohnmobil und schauten uns den Rest des Feuerwerks von dort aus an. Laut meiner Uhr sind wir an diesem Tag etwa 33 000 Schritte gelaufen.

Sonntag, Neujahr: Nach dem Früstück gingen wir zu Fuß zum "anderen Ufer", waren auf dem Panorama-Turm (Cologne View) und drehten eine Runde durch Deutz. Auf dem Weihnachtsmarkt gab´s Currywurst und Waffeln. Nach einer erneuen Runde durch Fußgängerzone, Alter Markt und Domplatte gingen wir zurück zum Wohnmobil und ließen die Seele baumeln.  Am Abend gingen wir nochmal über die Rheinbrücke zum dortigen Weihnachtsmarkt. Pünktlich um 21.30 Uhr gingen alle Klappen herunter und alle Geschäfte machten zu. Ein paar Minuten später war auch schon die Kontrolle vom Ordnungsamt da.... Sachen gibt`s...

Montags machten wir dann noch einen Einkaufsbummel in der Fußgängerzone, waren beim Italiener gut Essen und machten uns auf den Heimweg.

Fazit: Silvester in Köln muß man mal erlebt haben, aber wir machen es nicht mehr....


Jetzt aber: Am 31.März machten wir unseren obligatorischen Kurztrip an die Mosel - zum Einkaufen und als Test, ob unser Dicker den Winter gut überstanden hatte. Alles war in Ordnung, nur der Platz in Remich hatte aufgeschlagen, auf nun 18.- Euro / Nacht.


Anfang April sahen wir im Fernsehen den Tatort-Krimi "Abbruchkante", der am Tagebau Hambacher Forst spielte. Um ehrlich zu sein konnte ich mir nicht vorstellen, dass man unserer Natur so etwas antun kann.

Also ging unsere nächste Fahrt dorthin. Genau am Ort des Geschehens war kein WoMo-Stellplatz, deshalb fuhren wir erst einmal nach Aachen. Am Stellplatz "Bad Aachen" haben wir kurz vor 18 Uhr den letzten Platz für 23 Euro / Nacht ergattert. Der Platz war sauber, hatte Sanitäranlagen und einen Platzwart, was ihn mehr zum Camping- als zum Stellplatz macht.  Außerdem stellte der Platzwart ungefragt noch Wohnmobile auf bereits vermietete Plätze, was bei einer Gebühr von 23.- Euro schon grenzwertig ist.  Einen Brötchenservice gab es auch - von 8.15 bis 8.45 Uhr, für uns viel zu früh. Zur Innenstadt ging es zu Fuß in etwa 20 Minuten, Aachen ist sehenswert, allerdings gibt es jede Menge sehr aufdringliche Bettler.

Nach zwei Übernachtungen ging es weiter nach Monschau. Diesen Ort hatten wir zufällig im Internet entdeckt. Dort gibt es einen Stellplatz für 5.- Euro / Nacht. Der Platz liegt auf einem Parkplatz, der total überfüllt war, zudem parkten PKWs und Wohnmobile kreuz und quer. Auch für einen Tagesbesuch mußte man am Parkschein-Automat bezahlen. Also machten wir unsere Runde durch den Ort, leisteten uns noch eine Currywurst und fuhren ohne Übernachtung weiter zum Tagebau Hambach.

Die Realität sah dort noch um Einiges schlimmer aus, als wir im Fernsehen gesehen hatten - ein Gelände, dessen Enden man nicht sehen konnte, sah aus wie eine Mondlandschaft, dazu Häusergroße Bagger - wir waren schockiert. Was doch der Mensch alles für Energie anstellt...

Nach kurzem Aufenthalt fuhren wir weiter nach Düren. Dort fanden wir im Wohnmobilhafen Düren einen Stellplatz, wie wir ihn uns vorstellen. Ordentlich, aufgeräumt, kein unnnötiger Schnickschnack und eine funktionierende Entsorgung. Den Platzwart haben wir nicht angetroffen, also warfen wir das Geld für die Übernachtung (10.- Euro zzgl. 4.- Euro für Strom) in einem Kuvert in den Briefkasten. Der Platz liegt etwa 30 Gehminunten vom Zentrum entfernt und war erstaunlich ruhig.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Köln - Adenauer-Ufer wie immer, dort war gerade Flohmarkt und Deutzer Jahrmarkt, dazu ein Oldtimer-Treffen - Herz, was willst Du mehr. Nach ca. 37000 Schritten (etwa 27 km), einem guten Essen bei Augustiner am Neumarkt und einer ruhigen Nacht ging´s wieder zurück in die Heimat.


Unsere nächste Tour ging nach Landsweiler-Reden, wo in einer ehemaligen Industrieanlage der FARK-Nerd-Markt stattfand. Dort geht es um Cosplay, Fantasy und Rollenspiele - nicht jedermanns Sache, aber interessant und sehenswert.

Wir kamen am 28.April gegen 22 Uhr an, der Stellplatz war belegt, aber wir konnten auf dem großen Parkplatz nebenan stehen.

Der Markt samt Flohmarkt war interessant, trotzdem machten wir nachmittags einen Spaziergang zur "Almhütte" und gegen Abend zum Itzenplitzer Weiher. Auch wenn dort gerade keine Veranstaltung ist, sollte man diese Gegend gesehen haben. Sie erzählt viel von der ehemaligen Industrie im Saarland.

Sonntags fuhren wir dann nach Marpingen, dort gibt es auch zwei WoMo-Stellplätze mit Entsorgung und KOSTENLOS. Wir besuchten dort die Marien-Begegnungsstätte und fuhren zurück zum Itzenplitzer Weiher. Nach einem kleinen Spaziergang landeten wir zu einem kleinen Imbiss im Kiosk.

Wir kamen ins Gespräch mit anderen Gästen und erfuhren von der "Schaumberg-Alm",  die etwa 30 km entfernt war.  Ein Geheimtipp... Wir fanden nicht nur eine grandiose Aussicht und ein Super-Restaurant vor, sondern leider auch etliche Wildcamper, die sich ziemlich unverschämt auf den Parkplätzen breitgemacht hatten. Diese Leute sind schuld, dass Wohnmobil-Fahrer oftmals nicht willkommen sind. Muß man immer und überall sein komplettes Mobiliar ausbreiten und so tun, als gäbe es keine anderen Leute? Um Ärger zu vermeiden (den es sicherlich noch gab), sind wir nach Landsweiler zurückgefahren. Unser Platz war noch frei und wir verbrachten eine ruhige Nacht bei Monstern, Stormtroopern usw.


Unsere Pfingst-Tour ging wieder einmal an die Mosel, die Stellplätze Piesport und Minheim waren belegt und wir landeten schließlich in Kesten für 10.- Euro/Nacht.

Auch hier ist uns wieder das Verhalten einiger Camper aufgefallen. Obwohl man nur maximal 3 Tage bleiben darf, muß ein Vorzelt aufgebaut werden - warum fahren diese Leute nicht auf einen Campingplatz ? Bemerkenswert ist, dass diese Leute in einer herrlichen Umgebung "Urlaub" machen und den ganzen Tag im Liegestuhl zwischen den Wohnmobilen verbringen.

Auch ein Katalog-Camper war anwesend - jeder Handgriff wurde strikt nach Anleitung durchgeführt...

Wir blieben 3 Nächte lang auf diesem Platz, ärgerten uns über Busverbindungen und das Restaurant, haben die Umgebung erkundet und kamen zu dem Schluß, dass wir dort nich mehr hinfahren müssen.


Im Juni zog es uns wieder einmal Richtung Italien. Eigentlich planen wir unsere Fahrten ja nicht, aber diesmal hatten wir zwei Ziele auf dem Zettel: Den Lago`d Orta (einen Tipp, den ich von einem Bekannten bekommen hatte) und mittwochs Luino am Lago Maggiore - dort findet der größte Markt von Norditalien statt.

Wir fuhren freitags los, über Frankreich nach Basel, dann über Interlaken  mit einem kurzen Stopp am Thuner See. 

HILFE, wir sind offline !

Irgendwann ist uns aufgefallen, dass unsere Handys in der Schweiz nicht funktionieren, so machten wir die erste Übernachtung  dann in der Aare-Schlucht auf einem kleinen Campingplatz für 25.- Euro. Samstags machen wir noch einen Spaziergang zur Aare-Schlucht (....wenn wir schonmal da sind...) und fuhren weiter Richtung Grimsel-Pass.

Zugegeben, mit Navi wären wir wahrscheinlich anders gefahren, aber was soll´s... Wir fuhren über den Grimsel-Pass und dann weiter Richtung Italien. So kamen wir zum Simplon-Pass. Den wollte ich unserem Dicken nicht auch noch zumuten, deshalb haben wir uns für die Bahnverladung entschieden. Laut Schildern sollte man höchstens 3,5 Tonnen auf die Waage bringen und maximal 3,20 Meter hoch sein. Das sollte reichen... Dennoch war es eine Herausforderung, mit dem Wohnmobil durch den kompletten Zug zu fahren, mit etwa 2 Zentimetern Luft auf jeder Seite. Wie auch immer - wir haben es geschafft.

In Italien hatten wir wieder Netz und es ging Richtung Orta-See. Die erste Übernachtung in Italien machten wir auf dem Stellplatz "Lido `d Oro", eher einem PKW-Parkplatz, der eigentlich nur für kleinere Mobile ausgelegt ist. 20 Euro kostet die Übernachtung direkt an einer stark befahrenen Straße - war das nun dieser Geheimtipp von Andy ? Nach dieser Nacht sind wir weitergefahren und landeten auf einem Stellplatz im Omegna. Laut Stellplatz-App sollte die Nacht 28 Euro kosten, allerdings inclusive Strom, Wasser, Dusche und Entsorgung. Anfangs war auf dem Platz noch ziemlich Betrieb durch Einheimische, die aber gegen Abend verschwanden und plötzlich waren wir alleine auf dem Stellplatz. Das war er, der Geheimtipp.... Wir hatten eine angenehme Nacht mit eigener Toilette und Dusche. Montags wollten wir eigentlich faulenzen. Wir waren zum Einkaufen bei Lidl und machten nachmittags einen Spaziergang nach Brolo - dem Dorf der Katzen. Dort dreht sich tatsächlich alles um die Katz... Nachts hatten wir dann ein Gewitter, das sich aber bis zum Morgen verzogen hatte. Zu unserer Freude kostet der Platz dann doch nur 20 Euro/ Nacht. und wir fuhren weiter zum Lago Maggiore.

Erster Halt war in Stresa, dort sind wir mit dem Schiff zur Isola Bella und später dann mit der Fähre auf die andere Seite nach Laveno gefahren. In Germignaga, ca. 2 Km von Luino enfernt wollten wir auf den Stellplatz, der aber belegt war, auch die Entsorgung war von freundleichen Autofahrern zugeparkt. So fuhren wir auf den nächsten Platz in Germignaga - auf den ersten Blick eine Zumutung, aber Angebot und Nachfrage ergeben den Preis (35.-Euro/Nacht).

In der Nacht zum Mittwoch erlebten wir ein heftiges Gewitter und ich habe mich gewundert, dass es weder bei uns, noch bei den anderen Campern irgendwelche Schäden gab.

Mittwoch - Luino - Markt... Das stand auf unserem Zettel. Der Markt zieht sich durch den ganzen Ort, in jeder Niesche, jeder Ecke ist ein Verkaufsstand. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Etwas gibt, das man dort nicht bekommt.

Wir waren den ganzen Tag auf dem Markt unterwegs und kamen gegen Abend vollgepackt und mit Blasen an den Füßen wieder zum Wohnmobil.

Auf den zweiten Blick war der Stellplatz doch nicht so schlimm, alles war vorhanden, wenn auch ziemlich speziell. Der Betreiber wer freundlich und wir verbrachten zwei ruhige Nächte - abgesehen vom Gewitter...


Also, Luino abgehakt, wir fuhren weiter, zunächst zum immer noch belegten Stellplatz in Germignaga, wenigstens die Entsorgung war dieses Mal frei. So fuhren wir weiter nach Maccagno, wo es einen kostenlosen Stellplatz gab. Die Nacht war sehr ruhig, allerdings ging schon früh morgens der Lärm von - natürlich deutschen - "Campern" los.  Gerade diese Leute akzeptieren auch nicht, dass ein Platz voll ist und stellen sich einfach hin, wo es ihnen gefällt. Das ist wohl auch ein Grund dafür, dass dieser Platz mittlerweile geschlossen ist.

Wir machten eine Schifffahrt nach Cannobio, erkundeten die Gegend und bekamen bei der Pizzeria "Giona Beach" Pizza to go - erstklassig für 8.- Euro / Stück.

ELLIOT

Elliot ist eine Erwähnung wert!

Diese Leute kamen spät am Abend an, ich denke mal, dass man es 2-3 Kilometer weiter auch noch gehört hat - Rücksicht? Gibt es nicht. Die Kinder rennen zwischen den Wohnmobilen herum und tun so, als wäre der Stellplatz ihr privates Eigentum. Morgens um 7 Uhr sitzen diese Leute schon vor ihrem Camper und unterhalten sich in einer Lautstärke, dass man meinen könnte, sie bringen sich gleich gegenseitig um. Wieder stelle ich mir die Frage: Muß das sein  und: Was haben solche Leute auf einem Stellplatz zu suchen?

Am Samstag packten wir dann zusammen, fuhren noch einmal durch Germignaga zum Entsorgen und machten uns auf den Heimweg, vorbei am Luganer See, Richtung Gotthard. Vor dem Tunnel war Stau, aber wir hatten sowieso mit dem Gedanken gespielt, über den Pass zu fahren und konnten so den Stau umgehen. Auf dem Pass standen etliche Wohnmobile, deshalb haben wir spontan entschlossen, auch die Nacht über hier zu bleiben. Auch hier zeigte sich wieder einmal das schlechte Benehmen von einigen Wohnmobilisten, die es einfach nicht schaffen, sich auf einen normalen Platz zu stellen und die Markise drinnen zu lassen - bei fast 0 Grad !

Nach einer "ziemlich schattigen" Nacht fuhren wir wieder über Frankreich zurück. 

PS: Natürlich mußten wir in Frankreich auf der Autobahn Maut bezahlen, dafür waren wir aber auch stressfrei auf guten Straßen unterwegs.


Auf diese italienische Reise folgten zwei kurze Ausflüge nach Wiesbaden / Schierstein und nach Zell / Mosel. Darauf möchte ich nicht weiter eingehen, wir machten das, was wir immer und überall machen: Die Gegend anschauen und gut essen.


Wieder einmal wollten wir nach Ostfriesland, wieder einmal war die erste Station Köln, wieder einmal Konrad-Adenauer-Ufer, wieder einmal viel los....

Am Tag 2 ging es weiter nach Leer zum Stellplatz Große Bleiche, mitten in der Stadt, eigentlich für 5 Mobile - mindestens 25 standen schon dort... Wir konnten uns auf einen "legalen" Platz stellen, aber auch hier konnten es einige "Camper" nicht lassen, ihre Stühle und Fahrräder auf einem öffentlichen Parkplatz abzustellen. Egal, uns betraf das nicht und wir machten uns auf in die Stadt. Dort war gerade Hafenfest, es gab viele Schiffe und Kibbelinge. Wir schlenderten duch die Stadt und schauten uns die Drehorte von "Friesland" an. Unterwegs kam wieder einmal ein Gewitter, das wir in der Kneipe "Cheers" ausgesessen haben.

Am Tag 3 fuhren wir weiter nach Ditzum, wo wir dank der Schlafmützigkeit von "Werder Bremen", einem Wohnmobil mit einem großen Werder-Aufkleber, dessen Fahrer wohl die Orientierung verloren hatte, den letzten Platz ergatterten.  Der Stellplatz hinterm Deich war aufgeräumt und ordentlich, es gab einen Hafenmeister und Duschen. Zum Ort waren es etwa 500 Meter, zum Ems-Sperrwerk etwa 1,5 Kilometer. Im Ort gab es einen kleinen Hafen mit Krabbenkuttern und eine alte Windmühle. Außerdem gab es dort einen Fischstand mit ganz frischem Fisch. Den Sonnenuntergang haben wir uns dann am Aussenanleger neben der Werft (ebenfalls Friesland-Drehort) angeschaut.

Den nächsten Tag gingen wir es etwas ruhiger an, wir fuhren mit dem Rad zur ehemaligen Bohrinsel am Dollart, aßen in Ditzum Eis und Hamburger und genossen den Sonnenuntergang.

Tag 5: Wir fuhren weiiter nach Delfzijl / Niederlande. Der Stellplatz war voll, wir durften aber auf dem Parkplatz nebenan stehen und auf dem Stellplatz entsorgen - genug für unsere Bedürfnisse. In Delfzijl gab es einen schönen Strand, eine Windmühle mitten im Ort, eine interessante Hafenanlage und ein Vogelschutzgebiet. Allerdings werden offenbar kurz nach 18 Uhr die Randsteine hochgeklappt - nach 21 Uhr war kein Mensch mehr auf der Straße.

Zeitgleich mit uns ist ein anderer Camper in Delfzijl angekommen. Während wir uns auf den Ausweichplatz nebenan stellten, wartete er auf den Hafenmeister und suchte den Kontakt zu anderen Campern, die "drinnen" im Stellplatz standen. Endlich war er da, der Hafenmeister und nach einigen Diskussionen durfte der Camper-Kollege tatsächlich auf den eigentlich vollen Stellplatz fahren. Am Morgen darauf machte er wieder die Runde und erkundigte sich überall, ob vielleicht ein Platz frei würde. Wieder einmal hatte er irgendwann Glück und durfte umparken. Währendessen hatten wir uns den ganzen Ort samt Hafen angesehen und einen Spaziergang in den Sonnenuntergang gemacht. Als wir schließlich zuückkamen, saß der "Kollege" in seinem Wohnmobil vor dem Fernseher - so unterschiedlich kann Glück sein.

Tag 6: Nach einer ruhigen Nacht ging es weiter nach Groningen auf den kostenlosen Stellplatz "Parking Kardinge" Unterwegs machten wir noch in Eemshaven Halt - viel Meer, viel Industrie, eine alte Mühle Goliath und einen Aussichtspunkt. In Groningen machten wir uns zu Fuß auf den interessanten Weg in die Innenstadt und stellten fest, dass man die Strecke auch mit dem Bus fahren konnte. Auch den 7. Tag verbrachten wir in Groningen, Stadtbummel, Blick von oben und Einkaufen.

Tag 8: Nach dem Frühstück fuhren wir zurück nach Leer zum Entsorgen, danach nach Greetsiel. Tante Google hatte uns mal wieder einen Streich gespielt und wir fuhren gute 20 Kilometer Umweg... Greetsiel, auch ein Friesland-Drehort war ganz in Ordnung, ab und zu gab es einen kleinen Schauer, aber wir hatten ja unsere Schietwetter-Jacken, also kein Problem.

Tag 9 - eine saudumme Idee: Trotz hoher Regenwahrscheinlichkeit haben wir eine Radtour zum Otto-Leuchtturm in Pilsum gemacht. Das war nicht genug - wir fuhren auch noch weiter zur Schleuse Leysil. Bis dahin war das Wetter super. Aber dann kam der Regen und wir wurden sowas von nass. Besonders schlimm war der einsetzende Wind, der dafür sorgte, dass sich die Regentropfen wie Nadelstiche anfühlten. Interessant war auch die Begegnung mit einigen Strom-Radlern, die eine kleine Unterstell-Möglichkeit nutzten, um ihre Räder unterzustellen - schöne neue Welt....

An der Nordsee schlägt das Wetter bekanntlich schnell um und wir kamen fast trocken wieder am WoMo an. Danach trieben wir uns noch in Greetsiel herum und amüsierten uns über das Verhalten der typisch deutschen Touristen, für die es anscheinend keine anderen Menschen auf dieser Welt gibt.  Respekt vor dem Verhalten der Servicekräfte und Verkäufern, die das täglich mitmachen müssen. Nach einem Besuch beim Hafenkieker ging es zurück zum Wohnmobil.

Tag 10: Nach dem Frühstück zusammenpacken und Richtung Heimat. Im Ruhrpott waren einige Autobahnen gesperrt, so dass wir fast 5 Stunden bis nach Köln brauchten. Dort war wieder (oder noch...) Flohmarkt, wir gingen auf dei Domplatte, auf die andere Rheinseite und haben bei Keule am Neumarkt gut gegessen. Nach einer wie immer lauten Nacht machten wir uns schließlich auf den Heimweg.


Die erste Tour mit Moped führte uns nach Longwy (F).  Hintergrund war, dass wir eine Steampunk-Veranstaltung in Fond de Gras besuchen wollen und es dort in der Nähe keinen Stellplatz gab. Zunächst machten wir aber noch einen Abstecher nach Verdun und machten uns unsere Gedanken über Sinn und Unsinn von Kriegen.

Sonntags ging es dann von Frankreich über Belgien nach Luxemburg - eine Strecke von etwa 9 Kilometern....

Die Steampunk-Veranstaltung war bei bestem Wetter sehr gut besucht, leider gab es viel zu viele respektlose Möchtegern-Fotografen, die für ihre Fotos jeglichen Anstand verloren und die Leute trotz Verbotsschildern sogar beim Essen fotografierten. Auf dem Rückweg blieben wir noch für eine Nacht in Remich und mussten feststellen, dass die Preise im gegenüberliegenden Nennig (D) deutlich gestiegen waren. Besonders dreist fanden wir einen Campingplatz, dessen Betreiber  für eine Nacht im Wohnmobil 24.- Euro verlangt, aber mit 11 Euro Werbung macht... Auf dem Heimweg Tanken, IKEA und Action.


Unsere weiteren Fahrten gingen nach

Saargemünd, günstiger Stellplatz, freundliche Mitarbeiter in Tourist-Info, sehenswerte Altstadt. Französische Dönerbude: Nirgend stand das Wort "Döner" Ich fragte zaghaft nach einem Döner-Teller, worauf der Dönermann fragte: Mit alles ?....

Saverne, einfacher Stellplatz für 30 Mobile, freundliche Mitarbeiter in der Capitanerie, schöner Ort, auf dem Rückweg kurzer Halt am Schiffshebewerk.

Schwetzingen - kostenloser Stellplatz am Stadion mit Entsorgung, Stadtbummel, Schloßpark, guter Kaffe im Lidl nebenan...


Nachdem die Saison 2023 abgeschlossen war gab es noch ein kleines Facelift für unseren Dicken. Wir wollten kein Wohnmobil von der Stange, von denen es noch hundert andere gibt.

Deshalb habe ich bronzefarbene Folie geordert und dem Auto ein anderes Aussehen verpasst.

Übrigens: Wir müssen unsere Wohnmobil hin und wieder auch mal waschen. Dafür haben wir in Zweibrücken eine Anlage für Selbstwascher gefunden. Dort gibt es auch Stufen, mit deren Hilfe man das Wohnmobil auch ober sauber bekommt....